Bridgestone

Die ehrgeizige digitale Transformation von Bridgestone

„Bridgestone 3.0“ setzt auf weltweite Daten, Nachhaltigkeit und Lösungen unter der Leitung von Jason Beyer.

Erschienen im CDO Magazin

Bridgestone, das weltweit führende Unternehmen in der Reifen- und Gummiherstellung, befindet sich mitten in einem bedeutenden digitalen Wandel. Im Rahmen seines Strategiewandels rief das Unternehmen im Jahr 2020 „Bridgestone 3.0“ ins Leben – eine umfassende Initiative, die ihren Schwerpunkt auf eine Führungsposition in der Branche in Bezug auf nachhaltige Mobilität und erweiterte Lösungen legt. Bridgestone ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in Tokio, das über 130.000 Mitarbeiter beschäftigt und in mehr als 150 Ländern operiert.

Bridgestone ist vor allem für seine Verbraucherprodukte bekannt. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das Unternehmen ein vertikal integriertes Geschäftsmodell verfolgt und zahlreiche Stufen seines Produktionsprozesses und seiner Lieferkette kontrolliert, darunter auch die Rohmaterialien und den Einzelhandel. Diesen wenig bekannten Umstand und die Ausrichtung auf Lösungen hat Bridgestone zum Anlass genommen, einen dynamischen, datenzentrierten Ansatz zur Skalierung des Unternehmens in seinen verschiedenen Geschäftsbereichen zu verfolgen.

Für diese digitale Transformation zeichnet sich Jason Beyer, Vice President of Data & Analytics bei Bridgestone Americas, verantwortlich. Er verfügt über mehr als 24 Jahre Erfahrung in der Führung verschiedener globaler Teams in der Automobilindustrie, der industriellen Fertigung, dem Baugewerbe, der Medizintechnik, dem Einzelhandel und der öffentlichen Hand. Jason Beyer unterhielt sich kürzlich mit Ben Blanquera, VP bei Rackspace Technology und Mitglied des globalen Redaktionsausschusses des CDO Magazine, über die Herausforderungen bei der Verwaltung einer der größten integrierten Dateninfrastrukturen der Welt und die Aufgabe der Skalierung durch teamübergreifende Zusammenarbeit.

Die wichtigsten Strategie-Erkenntnisse:

  • Die Geheimnisse der erfolgreichsten Datenanalyse-Teams – Bestimmung einer präzisen Strategie und Mission
  • Ein starker Sponsor ist der Schlüssel zum datengestützten Erfolg – Dies ist für die klare Festlegung der Prioritäten des Unternehmens entscheidend
  • Ein systematisches Framework zur Bewertung Ihres Teams – Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor

Bridgestone 3.0

Unter der Leitung von Beyer überarbeitet das Unternehmen seine Herangehensweise an Daten-Assets, wobei der Schwerpunkt auf der Erforschung neuer Nutzungsmöglichkeiten dieser Informationen liegt. Dies umfasst nicht nur die Markteinführung von Produkten, sondern auch die Ausweitung auf den Ersatzteilmarkt. Beyers Vision ist eine umfassende Datenintegration, die Faktoren wie die Fahrzeugperformance, die Bedingungen für den Service auf der Straße, das Flottenmanagement und die Wartung mit einbezieht. Bridgestone verwaltet mehr als 2.200 Verkaufsstellen und verfügt damit über ein umfangreiches Datenkapital, das zur Verbesserung der Kunden- und Verbrauchererfahrungen und zur Bereitstellung von Lösungen, die Mobilität für alle maximieren, optimiert werden kann.

Das Einsatzgebiet von Bridgestone

Beyer war es wichtig, ein leistungsstarkes Analyseteam aufzubauen, um den Wert der Informationsressourcen voll ausschöpfen zu können. Er unterstrich, wie wichtig es ist, die Ausrichtung, die Ziele und die Aufgabe des Datenprogramms vor seiner Gründung zu definieren. Dahingehend strukturierte er sein Team um drei Kernstrategien:

  1. Vereinfachung der konzernweiten Datenkonnektivität durch den Abbau von Datensilos zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen und -funktionen. Laut Beyer ist es wichtig, alle Daten als „wertvolle Unternehmensressourcen“ zu betrachten, um neue Möglichkeiten zu erschließen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Geschäftseinheiten zu verbessern.
  2. Schaffung eines soliden Kompetenzrahmens und Förderung einer Unternehmenskultur, die eine umfassende Aneignung von Datenkenntnissen innerhalb des Unternehmens begünstigt. „So werden Fähigkeiten entwickelt, Karrierewege geschaffen und das Erreichen eines höheren Reifegrads und besserer Fähigkeiten gefördert“, erläutert Beyer.
  3. Beschleunigte Wertschöpfung innerhalb des Unternehmens durch die Umsetzung von Strategien zur Verbesserung der allgemeinen Agilität. Laut Beyer konzentrieren sich diese Bemühungen darauf, dem Unternehmen eine schnellere und effizientere Reaktion zu ermöglichen, um die Innovation zu fördern und das Wachstum voranzutreiben.

Beyer unterstreicht die Bedeutung der „Wertschöpfung“-Strategie für den Erfolg von Bridgestone 3.0. Dabei hebt er vier Schlüsselbereiche hervor: Sponsoring, Bedarfsmanagement, Datengeschwindigkeit und eingebundene Teams. Sie sind für das strategische Wachstum des Unternehmens von entscheidender Bedeutung.

Die Rolle des Programmsponsors

Der Programmsponsor trägt entscheidend dazu bei, Klarheit über die Unternehmensprioritäten, die organisatorischen Roadmaps und die strategischen Ziele zu schaffen. Durch die Ausrichtung der Resultate der Data Governance an diesen Prioritäten wird ihre Relevanz sichergestellt und eventuelle Prioritätsverschiebungen können leichter erkannt werden. Laut Beyer sind viele Datenanalyseprojekte zum Scheitern verurteilt oder werden nur unvollständig umgesetzt, wenn es keinen klaren Programmsponsor gibt. „Damit ein Datenprogramm erfolgreich ist, muss es im Vorfeld eindeutig unterstützt werden, die Stakeholder müssen genau eingeschätzt werden und ihre Bereitschaft, ihr Engagement und ihre Akzeptanz für das Framework müssen bewertet werden“, sagt Beyer.

Mit Bedarfsmanagement intelligentere Entscheidungen treffen

Das Bedarfsmanagement ist eine Planungsmethode, mit der Unternehmen die Nachfrage nach ihren Services und Produkten prognostizieren und deren Erfüllung strategisch planen können. Laut Beyer „können Unternehmen durch das Bedarfsmanagement die Abstimmung zwischen ihren Betriebs- und Marketingfunktionen verbessern, wodurch die Strategiekapazität und die Kundenanforderungen besser koordiniert werden können.“

Bei Bridgestone ist Nachhaltigkeit schon immer Teil der Strategie und Ausrichtung des Unternehmens gewesen, doch im Rahmen des Geschäftsmodells ist sie noch stärker in den Vordergrund gerückt. Beyer zufolge hat das Unternehmen schon früh proaktiv investiert, um sein Ziel eines datengestützten Ansatzes zu erreichen, als es die Bedeutung seines Nachhaltigkeitsauftrags erkannte.

Datengeschwindigkeit für ergebnisgestützte Strategien nutzen

Beyer legt großen Wert auf einen zweigängigen Ansatz als dritten Schritt bei der Wertermittlung. Der erste Aspekt betrifft die Reaktionsgeschwindigkeit des Unternehmens, wobei schnelle Ergebnisse, rechtzeitige Einblicke und ein effizienter Datenzugriff entscheidend sind. Beim zweiten Aspekt geht es um die Entwicklung langfristiger Fähigkeiten und den Aufbau einer integrierten Referenzarchitektur, die verschiedene Elemente miteinander verbindet und eine allmähliche Reifung im Laufe der Zeit fördert.

Eingebundene Teams

Bridgestone hat sich in seinem Betriebsmodell das Grundprinzip zu eigen gemacht, Daten und analytische Fähigkeiten im gesamten Unternehmen umfassend zu etablieren. Zu meinen Aufgaben und denen meines Teams gehört es, diese Fähigkeiten in allen Geschäfts- und Funktionsbereichen zu vermitteln, zu entwickeln und zu fördern. Wir möchten nicht nur Lösungen für die einzelnen Bereiche entwickeln, sondern mit ihnen zusammenarbeiten und gemeinsam etwas schaffen. Außerdem arbeiten wir aktiv daran, innerhalb jeder Geschäftseinheit und -funktion eine Daten- und Analysekultur zu fördern und diese Fähigkeiten kontinuierlich zu pflegen und auszubauen.

„Durch alle vier Schritte konnten wir also die Fälle eingrenzen, in denen ein Wert erzielt werden konnte, aber auch den realistischen Wert ermitteln, der erreicht, eingesetzt und übernommen werden kann“, so Beyer.

Fazit

Laut Beyer kam der Übergang zu Bridgestone 3.0 und die Einrichtung seines Datenteams den Herausforderungen bei der Gründung eines Startups gleich. Dabei hebt er den bewussten Ansatz hervor, der bei der Entwicklung und Gestaltung der Talent- und Kulturstrategie verfolgt wurde. Dafür mussten die Stärken jedes einzelnen Teammitglieds genau identifiziert und die Bereiche ermittelt werden, in denen sie sich besonders hervorheben würden. Beyer hob als weitere wichtige Erkenntnis hervor, wie wichtig ein Gleichgewicht zwischen der schnellen Bereitstellung eines Mehrwerts und der Aufrechterhaltung einer langfristigen Vision für das Unternehmen ist.

 

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Die Kluft zwischen Landes- und Bundesstandards zu schließen ist einfacher als Sie denken

About the Authors

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VP - Evangelist and Senior Architect

Ben Blanquera

Ben is VP-Evangelist and Senior Architect with Rackspace Technology. He works with enterprises, architecting solutions to enable them to drive business outcomes through thriving in a multicloud world.    He is a 35-year veteran in multiple industries including health care, manufacturing, and technology consulting. Prior to Rackspace, Ben was with Covail, a leading-edge provider of AI/ML and cybersecurity services to Fortune 1000 clients. At Covail, Ben was VP of Delivery and transitioned to VP of Revenue and Client Success.  A recognized technology leader, Ben was named a Premier 100 leader by Computerworld. Outside of work, he loves to travel, ride his bike, and spend time with his wife and four daughters. He is an active organizer in the tech community and curates the Central Ohio CIO forum (150+ CIOs) and founded Techlife Columbus. Ben also serves on the Pitch Advisory Board for South by Southwest and the Editorial Board for CDO Magazine.

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