Is your organization cloud native

Ist Ihr Unternehmen Cloud-nativ?

97 % aller befragten IT-Entscheidungsträger geben an, Cloud-native Lösungen zu nutzen oder in Zukunft nutzen zu wollen, können sich jedoch nicht über die Bedeutung des Begriffes einigen.

Redaktionshinweis: Dieser Beitrag wurde von Tolga Tarhan verfasst und ursprünglich auf Forbes veröffentlicht. 

Die Tech-Branche wird seit jeher von Schlagwörtern bestimmt – von trendigen Modebegriffen, die – ungeachtet ihrer tatsächlichen Bedeutung – in aller Munde sind. Doch in einer Zeit, in der Unternehmen sich darum bemühten, ihre IT-Infrastruktur angesichts neuer Anforderungen aufzurüsten, schien vor allem ein Begriff allgegenwärtig: „Cloud-nativ“.

In einer von Rackspace Technology im Juni 2020 durchgeführten Umfrage gaben 97 % der befragten IT-Entscheidungsträger an, Cloud-native Lösungen zu nutzen oder in Zukunft nutzen zu wollen – umso bezeichnender wirkt der Umstand, dass sich bezüglich der Bedeutung dieses Begriffes keine Einigung abzeichnet. Manche Befragten waren der Ansicht, eine Lösung sei „Cloud-nativ“, wenn sie in der Cloud entwickelt wurde, während für andere allein das Hosten eines Teils der Unternehmensdaten in der Cloud einen Cloud-nativen Ansatz ausmachte. Dann gab es noch diejenigen, die sich allein aufgrund der Nutzung bestimmter Infrastrukturelemente wie etwa Kubernetes als „Cloud-natives“ Unternehmen bezeichneten. 

Eine Umfrage aus dem Jahr 2021 unterstreicht die allgemeine Verwirrung rund um den Begriff „Cloud-nativ“. Zahlreiche Befragte (41,7 %) empfanden das Programmieren von Anwendungen unter Verwendung von Cloud-Infrastruktur als Hauptmerkmal eines Cloud-nativen Ansatzes. Die Mehrheit nannte jedoch zwei andere Optionen als entscheidende Eigenschaft: einerseits den Einsatz von Containern (34,5 %) und andererseits den Wechsel zu einem Cloud-Infrastruktur-Anbieter (23,8 %). Für die meisten Befragten spielte die Umgebung von Anwendungen nach wie vor eine größere Rolle als ihre Betriebsart.

Die Tatsache, dass sich selbst Führungskräfte aus dem IT-Bereich nicht auf eine eindeutige Definition einigen können, verwundert wenig. Um von einem Cloud-nativen Ansatz reden zu können, braucht es weitaus mehr als eine einzige Eigenschaft oder Funktion. Es braucht ein Zusammenspiel aus mehreren miteinander in Zusammenhang stehenden Funktionen und Eigenschaften, die gemeinsam zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und Agilität beitragen. 

Neue Technologien und Prozesse einfach stückweise zu implementieren, ist wenig erfolgversprechend. Die Schlagkraft Cloud-nativer Eigenschaften und Funktionen ist größer als die Summe ihrer Teile – ein Umstand, der es schwierig macht, zu beurteilen, welche Unternehmen den Titel „Cloud-nativ“ wirklich verdient haben.

Es gibt verschiedene Indizien, die darauf hindeuten können, dass Ihr Unternehmen in diese Kategorie fällt – angefangen mit einem ganz bestimmten Indiz, das den Ausgangspunkt für alle anderen bildet: Wenn Ihre Entwickler sich auf Anwendungen statt auf die zugrunde liegende Infrastruktur konzentrieren können, ist Ihr Unternehmen wahrscheinlich Cloud-nativ.

Ein Zeichen der Abstraktion

Wie bereits in einem früheren Beitrag beleuchtet, zeichnet sich in der IT-Branche seit den 1990er-Jahren eine klare Abstraktion zwischen Software und Hardware ab, die es Unternehmen ermöglicht hat, die Last der Infrastrukturverwaltung erheblich zu reduzieren. Wenn Ihnen jede einzelne virtuelle Maschine (VM) innerhalb Ihres Flussdiagramms Kopfzerbrechen bereitet und Sie Tag für Tag überprüfen, ob diese noch ordnungsgemäß funktionieren, dann sind Sie nach wie vor einer Denkweise aus dem Zeitalter vor der Cloud verhaftet.

Cloud-native Infrastruktur nutzt Automatisierung und agile Vorgehensweisen, um die Bereitstellung zu optimieren. Anstelle einer direkten Verwaltung von Infrastruktur anhand von Point-and-Click-Lösungen wird ein Infrastructure-as-Code-Ansatz genutzt, bei dem lediglich der gewünschte Endzustand programmiert werden muss, während automatisierte Prozesse sich um den Rest kümmern – ein Workflow, der eher mit Softwareentwicklung als herkömmlichem Infrastrukturmanagement zu vergleichen ist.

Tatsächlich müssen Sie die Infrastruktur bei diesem Ansatz kaum noch berücksichtigen. Stattdessen liegt der Fokus während des gesamten Prozesses auf der bereitgestellten Anwendung. Diese Unabhängigkeit von der zugrunde liegenden Infrastruktur ist einer der größten Vorteile der Cloud: So lassen sich nicht nur Kosten und Arbeitsaufwand reduzieren, sondern Ihre IT-Mitarbeitern haben außerdem die Möglichkeit, sich auf anspruchsvollere und kreativere Aufgaben zu konzentrieren.

Die nächsten Schritte für Ihren Übergang zu einem Cloud-nativen Ansatz

Wenn Sie sich bei jeder Bereitstellung nach wie vor mit der aufwändigen manuellen Verwaltung Ihrer IT-Infrastruktur auseinandersetzen müssen, haben Sie noch einen weiten Weg vor sich, bevor Sie die Vorteile der Cloud vollständig ausschöpfen können. 

Nehmen Sie zunächst Ihre Softwarearchitektur unter die Lupe. Ein auf virtuellen Maschinen basierender Ansatz bedeutet beispielsweise, dass Sie sich mit komplizierten Upgrade-Plänen herumschlagen müssen, da Sie Ihre bestehende Infrastruktur im Rahmen jeder Bereitstellung entsprechend anpassen müssen – womit gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Fehlern steigt. Im Gegensatz dazu ermöglichen moderne Architekturen wie ephemere Umgebungen, Container und Lösungen für serverloses Computing eine unveränderliche Infrastruktur. Um Ihren Code zu aktualisieren oder Ihre Umgebung anzupassen, müssen Sie eine neue Instanz mit einer überarbeiteten Infrastruktur implementieren, die Ihrer Testumgebung entspricht.

Um ein Cloud-natives Unternehmen zu sein, reicht es jedoch nicht aus, lediglich neue Technologien einzuführen – hierzu ist auch ein kultureller und betrieblicher Wandel erforderlich. Das Befolgen von Best Practices für DevOps, wie etwa die Förderung der Zusammenarbeit zwischen zuvor isolierten Teams sowie die Automatisierung von Prozessen, ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg in Richtung eines Cloud-nativen Ansatzes. Um diese Umstellung erfolgreich umzusetzen, kann es unter Umständen möglich sein, Infrastrukturexperten für das Erledigen von Aufgaben einzustellen, die zuvor eher Softwareentwicklern vorbehalten waren. 

Um einen reibungslosen Übergang zu Cloud-nativen Prozessen zu gewährleisten, sollten Sie innerhalb Ihres Unternehmens eine Kultur der Transparenz sowie offene Diskussionen fördern. Transparenz ist eine unerlässliche Voraussetzung für eine effektive Entscheidungsfindung. Jegliche Engpässe, Fehler und Probleme in Zusammenhang mit Ihren Systemen sollten frei besprochen werden, da dies zur Entstehung einer gesunden Arbeitskultur beiträgt. Es ist wichtig, dass Ihre technischen Teams die von Kunden und Stakeholdern geäußerten Anforderungen sowie Wünsche verstehen und in der Lage sind, uneingeschränkt entsprechende Lösungen zu entwickeln.

Zusammenfassung

Die Fähigkeit, sich auf Ihre Anwendungen statt auf Ihre Infrastruktur zu konzentrieren, mag nur ein Indiz dafür sein, dass Ihr Unternehmen Cloud-nativ ist – doch es ist zweifellos ein wichtiges Indiz. Es deutet darauf hin, dass Ihre Softwarelösungen von Ihrer Hardware abstrahiert sind, und dass Sie sich die Effizienz und Agilität der Cloud zunutze machen. Wie bereits erwähnt, hängt eine solche Veränderung ebenfalls stark von Mitarbeitern und Prozessentwicklungen ab.

Um von sich behaupten zu können, ein Cloud-natives Unternehmen zu sein, bedarf es jedoch mehr als nur der Fähigkeit, sich auf Anwendungen konzentrieren zu können. So gilt es nicht zuletzt, genau zu untersuchen, wie Ihre Entwickler Softwarelösungen testen und implementieren.

 

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About the Authors

Tolga Tarhan

CTO

Tolga Tarhan

As CTO of Rackspace Technology, Tolga Tarhan leads the vision, driving innovation, and strategy for our technology offerings. With more than two decades of experience leading product and engineering teams and as a hands-on technologist at heart, he brings unique insights to customers undertaking the journey to the cloud. As an early pioneer of cloud native thinking, Tolga's passion has driven our technical approach and transformed our customers into cloud native thinkers. Tolga continues to show thought leadership in the field through his extensive speaking engagements at AWS events, industry conferences, and educational groups. Tolga previously served as CTO of Onica, which was recently acquired by Rackspace Technology. Prior to that, he was a co-founder of Sturdy Networks and served as the CEO through to the acquisition by Onica. Tolga holds an M.B.A. from the Graziadio Business School at Pepperdine University.

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