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COVID-19 als Stresstest für Cloud Services

Aufgrund des COVID-19-Virus, welches Millionen von Menschen dazu zwingt, von zu Hause aus zu arbeiten, werden Anbieter von Cloud Services...

Paul Krill / InfoWorld

Anmerkung des Herausgebers:

Viele Unternehmen sind bei der Migration von zumindest einigen (in der Regel Alt-)Anwendungen in die Cloud zögerlich vorgegangen und haben sich dabei auf Hindernisse wie Kosten, Sicherheit und den Umfang der benötigten Ressourcen berufen. Doch wie die jüngsten Ereignisse erneut gezeigt haben, können schwerwiegende Krisen den Fokus der Gesellschaft schnell auf die wichtigsten Funktionen lenken. Diese Fokussierung wirkt sich auch auf jedes einzelne Unternehmen aus.

Tatsache ist, dass große Cloud-Anbieter den breiteren Markt aufgrund von Skaleneffekten im Bereich Infrastruktur-Hardware und -Software seit Jahren weit übertreffen. Da der drohende wirtschaftliche Gegenwind Unternehmen dazu zwingt, ihre kritischsten Funktionen zu priorisieren, ist die Verlagerung von Arbeitslasten in die Cloud ein logischer nächster Schritt. Dabei ist es fast unmöglich, so gut auf Hardware- oder Serviceausfälle vorbereitet zu sein wie die großen Cloud-Anbieter.

Wenn die Weltwirtschaft weiter schrumpft, ist zu erwarten, dass Unternehmen die Migration aus ihren internen Rechenzentren beschleunigen werden, damit sie sich wieder auf ihre grundlegenden Wettbewerbsvorteile konzentrieren können.

– Larry Hau

 

Die Tatsache, dass Millionen von Menschen aufgrund des COVID-19-Virus nun plötzlich von zu Hause aus arbeiten, stellt Cloud-Service-Anbieter auf die Probe. Als Reaktion darauf testen die weltweit führenden Cloud-Anbieter ihre Infrastruktur auf Herz und Nieren und aktivieren pandemiespezifische Testverfahren für eine stärkere Resilienz, wie Untersuchungen von Forrester zeigen.

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Sowohl Forrester als auch das Forschungsunternehmen GlobalData haben Einschätzungen zu den Auswirkungen der Krise auf Cloud-Dienste veröffentlicht. Forrester dokumentierte in seinem Bericht vom 12. März die folgenden Vorgehensweisen:

  • Amazon Web Services hat die Reaktion auf eine Pandemie in seine Resilienzplanung aufgenommen und skaliert regelmäßig, um Lastspitzen wie am Black Friday zu bewältigen. Die Richtlinien und Verfahren für die Reaktion auf eine Pandemie wurden in die Krisen-Wiederherstellungsplanung aufgenommen. Zudem wurden Maßnahmen ergriffen, um eine ausreichende Kapazität und die Servicekontinuität zu gewährleisten.
  • Google Cloud hat eine interne Arbeitsgruppe gebildet, um sich auf die geschäftlichen Auswirkungen von COVID-19 vorzubereiten und diese zu mindern. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass seine Systeme die Kunden auch während dieser Zeit weiterhin unterstützen können.
  • Microsoft Azure verzeichnet seit dem 31. Januar einen 500-prozentigen Anstieg bei Besprechungen, Anrufen und Konferenzen auf Teams, seiner Plattform für Remote-Zusammenarbeit. Im gleichen Zeitraum wurde ein 200-prozentiger Anstieg der Nutzung von Teams auf mobilen Endgeräten verzeichnet. Das Unternehmen sorgt für die Verfügbarkeit von Cloud-Diensten, indem es mehrere Instanzen an geografisch verteilten Standorten betreibt.

Forrester rät Cloud-Benutzern, angesichts des massiven Cloud-Ausbaus während des letzten Jahrzehnts bezüglich der Cloud-Kapazität nicht in Panik zu geraten. Während die langfristigen Auswirkungen der künftigen Arbeitsweise der Menschen unklar sind, bietet die Pandemie eine aussagekräftige Fallstudie und einen ersten Blick auf das Versprechen des Cloud Computing.

GlobalData sieht eine bedingt durch COVID-19 steigende Nachfrage nicht nur nach Cloud Computing, sondern auch nach anderen IT-Lösungen wie Edge Computing. Während Anbieter von Cloud-Technologien wie Amazon, Google, Microsoft und Verizon über einen Zeitraum von 12 Monaten von COVID-19 profitieren könnten, könnten IaaS-Anbieter (Infrastructure as a Service) der zweiten und dritten Reihe mit einem weniger zuverlässigen Kundenstamm den Anschluss verlieren. Dies trifft ebenso auf Anbieter von Cloud Services und Infrastrukturen zu, deren Unternehmen von anfälligen Branchen abhängen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind.

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„Wenn Unternehmen ihren stationären Geschäftsbetrieb einstellen und, wo dies möglich ist, zu einer Remote-Belegschaft übergehen, wird deutlich, wie wichtig die Cloud für die Betriebskontinuität ist“, so GlobalData. „Jede Organisation, die sich aktiv gegen die Digitalisierung gewehrt hat, sieht sich nun mit einer harten Realität konfrontiert. Das versetzt Cloud-Anbieter in eine starke Position.“

Dieser Artikel wurde von Paul Krill von InfoWorld verfasst und über das Publisher-Netzwerk NewsCred legal lizenziert. Bitte richten Sie alle Lizenzfragen an legal@newscred.com.

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