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Cloud-Trends, die das Jahr 2020 bestimmen

Hier sind drei Trends, die Sandeep Bhargava für 2020 vorhersagt.

Sandeep Bhargava / Rackspace

Jetzt, wo das neue Jahr 2020 schon ein paar Wochen alt ist, sollte vielen Unternehmen der Region Asien/Pazifik (APAC) bewusst werden, dass ihre digitale Transformation von entscheidender Bedeutung ist, wenn sie ihren Wettbewerbsvorteil beibehalten möchten. Bei der digitalen Transformation handelt es sich jedoch um ein sich rasant entwickelndes Konzept. Außerdem hat sie einen Einfluss auf alle Unternehmensbereiche. Aus diesem Grund müssen sich Unternehmen zunehmend von ineffizienten Workflows trennen und sich stattdessen für moderne Herangehensweisen und neue Geschäftsmodelle öffnen. Darüber hinaus verlangt die digitale Transformation die gekonnte Verwaltung von immer komplexer werdenden IT-Umgebungen und das, obwohl die IT-Budgets schrumpfen, es an Talenten fehlt und sich die Marktanforderungen schneller denn je wandeln.

Hier sind drei Trends für das Jahr 2020, die die Strategie der Führungsebenen zur Bewältigung von Herausforderungen und zur Erschließung von Potenzialen prägen könnten.

Hybrid- und Multi-Cloud werden zum neuen Standard

Multi-Cloud wird für immer mehr Unternehmen zur bevorzugten IT-Grundlage werden, da sie nach mehr Flexibilität streben, um mit digitalen Revolutionen Schritt halten zu können. Es wird erwartet, dass 65 Prozent aller Unternehmen in der Region Asien/Pazifik (abgesehen von Japan) bis 2021 auf mehrere Cloud-Services und -Plattformen umgestiegen sein werden.

Damit der Multi-Cloud-Ansatz aber auch einen Mehrwert bietet, müssen die Clouds integriert werden, DevOps unterstützen und Dienste skalieren, um unterschiedlichen Workload-Anforderungen gerecht zu werden. Mit diesem Wissen im Hinterkopf haben einige große Cloud-Anbieter Lösungen wie AWS Outposts, Azure Stack, Azure Arc und Google Anthos eingeführt. Hiermit können einheitliche Erfahrungen im Entwicklungs- und Managementbereich über lokale, Private und Public Clouds hinweg gewährleistet werden. Da der Konkurrenzkampf unter Cloud-Hyperskalierern um Platz 1 als beliebtester Anbieter immer mehr an Fahrt aufnimmt, vermute ich, dass im nächsten Jahr noch mehr Hybrid- und Multi-Cloud-Tools auf den Markt gebracht werden. Diese Lösungen werden von Container Management Services Gebrauch machen (wie bei Kubernetes), um digitale Unternehmen effektiv durch die benötigte Skalierbarkeit und Portabilität unterstützen zu können.

Aufgrund der großen zur Verfügung stehenden Auswahl müssen Unternehmen mit Bedacht die richtige Cloud-Plattform und die passenden Cloud-Tools für verschiedene Workloads auswählen, statt bei der Cloud-Bereitstellung auf eine Universallösung zurückzugreifen. Nur so sind sie in der Lage, den Wert von Multi-Cloud und Hybrid-Cloud zu steigern, um dadurch die gewünschten Geschäftserfolge zu erzielen und die Rendite ihrer Investments zu optimieren.  Hier ist jedoch gleichzeitig auch Vorsicht geboten. Denn durch die zusätzliche Cloud werden zwar die Cloud-basierten Möglichkeiten eines Unternehmens optimiert, doch erhöht sich ebenfalls die Komplexität.  Unternehmen müssen somit ein Gleichgewicht zwischen Funktionsumfang und Komplexitätsgrad finden.

IoT und Edge Computing werden dank 5G und Cloud zur Realität

Ich erwarte, dass die Zahl von IoT- und Edge Computing-Bereitstellungen in Teilen des APAC-Raums 2020 steigen wird. Dies ist der kommerziellen Verfügbarkeit von 5G und der Einführung von Clouds zu verdanken. Bisher haben bereits Südkorea und China 5G-Netzwerke eingeführt. Australien, Japan und Singapur wollen im nächsten Jahr nachziehen. GSMA geht davon aus, dass 5G über die nächsten 15 Jahre hinweg mit einem Anteil von 900 Milliarden US-Dollar zur Wirtschaft der Region beitragen wird. Dies wird sich besonders vorteilhaft auf den Fertigungs-, Einzelhandels-, Transport- und Regierungssektor auswirken, da hier IoT eingeführt wird, um sich stärker zu vernetzen. Durch das 5G-Netzwerk mit niedriger Latenz und hoher Bandbreite können weit entfernte Sensoren umgehend Updates mit verbundenen Geräten teilen. Hierdurch werden Verarbeitung und Data Insights in Echtzeit ermöglicht. Auf diese Weise wird wiederum die Nachfrage nach Edge Computing angekurbelt, da Daten jetzt sofort in der Nähe ihres Generierungsortes verarbeitet werden können, statt in einem zentralen Warehouse zur Datenverarbeitung. Mithilfe von Edge Computing können auch die Betriebskosten gesenkt werden. Es verringert den Bedarf an Bandbreite, weil die Daten größtenteils lokal verarbeitet werden und nur die wichtigsten Daten an ein zentrales Daten-Repository übertragen werden.  Hieraus wird ein Konkurrenzkampf im Bereich Edge Computing entstehen, um die Kosten für Bandbreite zu drücken. Trotzdem werden die Ergebnisse über das 5G-Netzwerk an einen zentralen Ort übermittelt, um eine Verarbeitung und Insights von allen Sensor-Standorten möglich zu machen.

Die Vorteile der Nutzung von IoT, Edge, 5G und Cloud-Technologien zeichnen sich deutlich am Beispiel von sogenannten Smart Citys ab. Mittels Edge Computing können vernetzte Ampeln die von einem Sensor gesammelten Daten analysieren und in Echtzeit Auskunft über den Verkehrsfluss geben. Sie können diese Informationen dann schnell über 5G und Cloud an andere Ampeln und autonome Autos in der Nähe senden und so den Verkehr koordinieren. Auf diesem Wege können die Ampelphasen angepasst oder alternative Routen vorgeschlagen werden, um für eine Entlastung auf bestimmten Straßen zu sorgen. Jetzt, wo sich immer mehr Städte in Asien bemühen, ihre Smart Citys weiter auszubauen, und sich Unternehmen zunehmend vernetzen, sind wir gespannt, in welchen Bereichen Edge Computing (unterstützt von 5G und Cloud) künftig noch Anwendung finden wird.

Cloud-Risiken könnten näher sein als gedacht

Fehlkonfigurationen und die Herausforderungen des Identitäts- und Zugangsmanagements in der Multi-Cloud-Umgebung werden auch im nächsten Jahr eine Gefahr für Unternehmen darstellen.

Trotz der vielen Vorteile birgt Multi-Cloud auch gewisse Sicherheitsrisiken. Neben einer größeren potenziellen Angriffsfläche für Hacker kann Multi-Cloud Unternehmen auch anfälliger für unternehmensinterne Bedrohungen machen. Die komplexere IT-Umgebung aufgrund der Nutzung von Multi-Cloud könnte beispielsweise zu einer schlechteren Konfigurationsverwaltung führen. Auch die Tatsache, dass sich mehr geschäftliche Anwender in der Cloud befinden, stellt ein zusätzliches Risiko dar, denn nicht alle Benutzer sind sich der Sicherheitsrisiken von Clouds bewusst oder wissen, wie sie diese vermindern können. Laut einem aktuellen Bericht von Symantec könnten einige Anwender in der Cloud-Umgebung ein riskantes Verhalten an den Tag legen, indem sie beispielsweise zu viele Cloud-Dateien teilen oder sensible Daten nicht ordnungsgemäß in der Cloud speichern. All dies kann zum Verlust von Daten führen.

Zur Minimierung von Cloud-Risiken müssen Unternehmen über eine vielschichtige Verwaltungs- und Sicherheitsstrategie verfügen, die sie durch Kontinuität, Erkennung, Reaktion und Fehlerbehebung unterstützt – im Managementalltag, aber auch, wenn die IT-Umgebung auf dem Spiel steht. Außerdem müssen Chief Information Security Officers (CISOs) ihren Blick im Jahr 2020 auch auf andere Abteilungen ausweiten, damit auch hier bei der Einführung innovativer Lösungen und neuer Geschäftsprozesse keine Sicherheitslücken übersehen werden.

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Über den Verfasser

Managing Director, Asien-Pazifikraum

Sandeep Bhargava

Sandeep Bhargava ist Geschäftsführer für die Regionen Asien-Pazifik und Japan (APJ). Ausgehend von unserem Standort in Singapur ist Sandeep für das regionale Geschäftswachstum von Rackspace sowie für die Förderung erfolgreicher lokaler Teams...

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