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Wie sieht die Zukunft des Datenschutzes aus?

Unternehmen und Bestimmungen bemühen sich, uns mehr Kontrolle über unsere persönlichen Daten zu geben. Doch wie wird diese Zukunft aussehen?

Wir leben in einer Welt, in der sich unsere Daten im Besitz von Unternehmen befinden. Ich glaube jedoch, dass unsere Daten in Zukunft uns gehören werden und nur wir selbst über ihre Verwendung entscheiden werden. Im Folgenden werde ich erklären, warum. Die zunehmende Bedeutung ethischer Datenlieferketten und des Datenschutzes führt zu Veränderungen bei der Datenverwaltung. Im Laufe der Zeit werden wir von der Datenhoheit zur Selbsthoheit übergehen. Das bedeutet die Abkehr von einem Modell, bei dem die Datennutzung innerhalb eines Unternehmens den Regeln des jeweiligen Standorts unterliegt, und die Hinwendung zu einem System, bei dem der Einzelne die Nutzung seiner Daten selbst regelt.

Die Evolution des Dateneigentums

Das Dateneigentum (Data Ownership) wird sich auf ein Modell verlagern, bei dem Einzelpersonen eine vollständig verschlüsselte, eindeutige digitale Identität verwenden, die von einem Ort zum anderen mitgenommen werden kann. Diese eindeutige digitale Identität könnte mithilfe eines Systems wie der Blockchain erstellt werden, die heute am häufigsten mit Kryptowährungen assoziiert wird. Vor zehn Jahren war Blockchain ein neuartiges Konzept, dessen Popularität jedoch rasch zunahm und das heute eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten bietet. Der nächste Schritt für die Blockchain ist der Einsatz im Bereich Datenschutz.

Durch den Einsatz von Blockchain für die Identitätsverwaltung erhalten wir alle einen Einblick in die Art und Weise, wie unsere persönlichen Daten gespeichert und verteilt werden. Das könnte bedeuten, dass wir unsere personenbezogenen Daten nicht mehr für verschiedene Zwecke erneut eingeben müssen. So müssen wir zum Beispiel keine Telefonate mehr führen, um die Übersendung von Krankenakten zwischen verschiedenen Organisationen zu veranlassen. Stattdessen werden wir mithilfe eines Verschlüsselungscodes unsere Informationen über ein universelles System übertragen können.  

Diese Kontrolle, die wir alle über unsere Daten haben werden, könnte uns neue Monetarisierungsmöglichkeiten eröffnen. Vielleicht möchten Sie Ihre Daten für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, sofern Sie dafür vergütet werden? Sie können derartige Kooperationen mit Forschungsagenturen über eine Datenverwaltungsplattform abschließen, die Vergütung und die Konditionen vereinbaren und dann alles über die einsehbaren Datentransaktionen verfolgen.  

Anstieg der Datenschutzvorschriften

Es gibt immer mehr Vorschriften zum Schutz der Privatsphäre des Einzelnen. In Europa, wo die Vorschriften eher streng sind, gibt es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die USA stehen dem mit der Verabschiedung des California Consumer Privacy Act (CCPA) im Jahr 2018 kaum nach.

Bis 2023 werden laut Gartner 65 % der Weltbevölkerung über moderne Datenschutzbestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten verfügen. Dieselbe Studie ergab, dass 2010 nur 10 % der Weltbevölkerung über denselben Schutz verfügten. Dank dieser Vorschriften können Einzelpersonen entscheiden, ob sie sich für oder gegen die Verwendung ihrer Daten entscheiden und wie diese verwendet werden.

Transparenz bei Datentransaktionen

Immer mehr zukunftsorientierte Unternehmen möchten das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre durch die Einführung ethischer Datenstandards unterstützen. Mit zunehmender Regulierung werden wir wohl einen stärkeren Fokus auf transparente Datenerfassung und -nutzung sehen. Social-Media-Unternehmen wie Facebook bitten mittlerweile um Erlaubnis für die Nutzung persönlicher Daten. Man darf gespannt sein, wie das Metaverse, die virtuelle Welt von Facebook, Beziehungen zwischen Marken und Benutzern herstellen wird. Da Benutzer einen digitalen Fußabdruck im Metaverse hinterlassen und Marken diese Daten nutzen wollen, wird ein neues Vergütungsmodell erforderlich sein, wenn Einzelpersonen ihre Daten selbst besitzen.

Datensicherheit

Trotz der zusätzlichen Kontrolle, die viele von uns über ihre persönlichen Daten haben, entscheiden sich laut McKinsey nur 14 % für die Verschlüsselung ihrer Online-Daten. Das ist bemerkenswert, da wir wissen, dass Daten heutzutage überall herumschwirren, auch an eher fragwürdigen Orten, wie dem Dark Web. Eine mögliche Lösung sind Sicherheitslösungen, die auf Blockchain basieren.

In unserer verteilten Welt, in der Daten zwischen Unternehmen, Tools und Technologien ausgetauscht werden, wird es immer wichtiger, ihre Nutzung nachvollziehen zu können. Ich arbeite an der Entwicklung eines Systems, bei dem jede Transaktion gesichert und autorisiert werden kann — ein Modell, das aufgrund seiner Transparenz immer beliebter werden dürfte. Diese neuen Modelle werden dazu beitragen, die Datenschutzlandschaft so zu verändern, dass Daten zu einer digitalen Währung werden, von der jeder Einzelne profitieren kann.

 

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About the Authors

Juan Riojas

Chief Information Officer

Juan Riojas

As Chief Information Officer at Rackspace Technology, Juan Riojas is responsible for enterprise-wide data strategy, management, and analytics to meet the need of the business to answer critical questions through time to insight. He has more than 20 years of industry experience successfully migrating data ecosystem across all public clouds, leading to significant business transformation outcomes. Prior to Rackspace, Juan worked for Informatica building their inaugural Data Office and has held various executive leadership roles at Gogo, Dell, Accenture, and Expeditors. A native of Texas, Juan attended Texas A&M International University, where he studied business administration and holds a post graduate degree from Said Business School, Oxford University

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