Sicher durch die Krise: Rackspace setzt seine Geschäfte wie gewohnt fort

By Kevin M. Jones -

A man works from his computer at home.

Anmerkung des Herausgebers: 

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Kevin Jones – CEO von Rackspace – und wurde ursprünglich auf Medecision veröffentlicht.

Als Chief Executive Officer von Rackspace ist Kevin Jones für die globale Strategie und den Betrieb des Unternehmens verantwortlich. Dies erstreckt sich auf die USA und drei weitere Kontinente, auf denen Rackspace Niederlassungen und Rechenzentren unterhält. Jones erklärt, wie Rackspace, ein Unternehmen für Managed Cloud Computing mit 6.500 Mitarbeitern und 145.000 Kunden, den Betrieb während der COVID-19-Pandemie aufrechterhalten konnte und mit welchen Folgen Gesundheitsunternehmen rechnen müssen.

 

Die Corona-Krise ist nicht meine erste Erfahrung mit einer Pandemie, sowohl auf persönlicher als auch auf geschäftlicher Ebene. 2009 wohnte ich in Singapur, wo ich die HP-Services in Asien-Pazifik und Japan leitete. Damals breitete sich das H1N1-Influenzavirus – besser bekannt als Schweinegrippe – rasant im asiatischen Raum aus. Und leider habe ich mich damit angesteckt. Aber zum Glück war ich nicht stark davon betroffen. Zugegeben, es war zwar nicht die angenehmste Zeit, aber ich habe mich schnell wieder erholt.

Neben den persönlichen Auswirkungen von H1N1 auf die Gesundheit erfuhr ich auch aus erster Hand, wie sich die Pandemie auf die geschäftlichen Tätigkeiten in der Region auswirkte. Alle, die zu dieser Zeit nach Tokio, Peking oder in andere südostasiatische Städte reisten, mussten sich Fieber messen lassen, bevor sie den Flughafen verlassen konnten. Bei einer erhöhten Temperatur hieß es, sich auf Anordnung der Regierung in Quarantäne zu begeben, die abhängig vom Wohnort und der persönlichen Situation bis zu einer Woche oder einem Monat dauern konnte.

Nie hätte ich mir vorstellen können, dass ich meine Lehren aus der H1N1-Pandemie in einer weiteren globalen Gesundheitskrise anwenden würde. Aber nun, zehn Jahre später, steht die Welt vor einem neuen Virus, das sich rasant ausbreitet.

Als ich im Dezember 2019 die Nachricht von einem Virusausbruch in ganz China hörte, wurde ich sofort hellhörig. Ich war mit den potenziellen Gefahren für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter ja bereits vertraut. Ich wusste, wir müssen schnell handeln und die Erfahrungen, die ich vor einem Jahrzehnt gemacht habe, zu unserem Nutzen einbringen.

Wir bei Rackspace haben schon im Januar das Arbeiten im Homeoffice getestet, vor allem in unseren Niederlassungen in Asien und Europa.  Dank des Erfolgs unseres Testlaufs konnten wir schnell und ohne größere Probleme handeln, als COVID-19 sich auch in der westlichen Welt ausbreitete: Die Mitarbeiter in unseren globalen Niederlassungen wurden noch vor vielen lokalen und bundesstaatlichen Regierungsbeschlüssen auf Homeoffice umgestellt. Unsere Kunden spürten davon nichts. Wir haben sie weiterhin ohne Unterbrechung im Rahmen unserer sogenannten Fanatical Experience™ unterstützt. Die Teams haben sich reibungslos an die neuen Arbeitsbedingungen angepasst und ihre Tätigkeiten weiterhin mit Bravour ausgeführt.

Derzeit arbeitet 99,5 % unserer Belegschaft von zu Hause aus. Die restlichen 0,5 % sind essenzielle Mitarbeiter, die unsere Rechenzentren sowie Sicherheits- und Servicedesks am Laufen halten.

Von früheren Erfahrungen wusste ich, dass die Geschäftsleitung diese Krise mit Bedacht und effektiv managen musste. Zusätzlich zu unseren allgemeinen Geschäftskontinuitätsplänen führten wir schnell einen Fünf-Punkte-Plan ein, in dem wir einen zielgerichteten, disziplinierten und gut durchdachten Fahrplan zur COVID-19-Pandemie darlegten. Wir konzentrieren uns dabei im Prinzip auf die wesentlichen Prozesse, was meiner Meinung nach für jedes Unternehmen relevant ist.

  1. Auszeit für unsere Mitarbeiter. Die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlbefinden unsere „Rackers“, wie wir unsere Mitarbeiter gerne nennen, hat bei uns oberste Priorität. Wir sind uns bewusst, dass wir in schwierigen und anstrengenden Zeiten leben. Aus diesem Grund haben wir uns für spezielle Maßnahmen entschieden, um das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter zu steigern, wie ein „Racker Wellness Day“, ein zusätzlicher bezahlter Urlaubstag. Außerdem haben wir all unseren 6.500 Mitarbeitern und ihren Familien Schutzmasken geschickt.
  2. Unterstützung für unsere Kunden. Es ist uns ein besonderes Anliegen, unseren Kunden zu verstehen zu geben, dass wir darauf vorbereitet sind, ihnen während der Krise zur Seite zu stehen. Wir arbeiten jeden Tag mit unseren Kunden daran, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, mit denen Sie Geld sparen und noch schneller zur Cloud migrieren können – was besonders jetzt wichtiger denn je ist.
  3. Operative Spitzenleistung. Wir waren in der Lage, unseren täglichen Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und die meisten unsere Mitarbeiter in Homeoffice zu schicken, da wir über hohe Standards operativer Exzellenz verfügen. Einen Großteil dieses Erfolgs verdanken wir unserem Betriebs- und unserem Notfalleinsatzteam, dank deren Einsatz wir alle Aspekte unseres Betriebs bei der Umstellung zu Homeoffice reibungslos und störungsfrei fortsetzen konnten.
  4. Finanzielle Stresstests. Wir überwachen laufend die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen für unser Unternehmen, um proaktiv auf die Wirtschaftsentwicklung reagieren zu können.
  5. In Kontakt bleiben. Wir leben in ungewissen Zeiten, nicht nur hier in Amerika, sondern auf der ganzen Welt. Deshalb wissen wir auch, wie wichtig es ist, stets den Kontakt zu unseren Mitarbeitern und Kunden zu suchen. Die Geschäftsleitung tätigt regelmäßige COVID-19-Update-Anrufe mit all unseren Personalmanagern. Außerdem setzen wir uns jeden Monat telefonisch mit unseren Mitarbeitern in Verbindung, damit alle auf dem neuesten Stand der Entwicklung sind. Diese regelmäßigen Updates helfen uns auch bei der Unterstützung unserer Kunden während der Corona-Krise. Wir sind voll und ganz darauf bedacht, unsere Mitarbeiter zu schützen und unsere Kunden weiterhin zu unterstützen.

Folgen für das Gesundheitswesen

Es ist für Gesundheitsunternehmen – egal ob Kostenträger, Anbieter, pharmazeutisches Unternehmen oder Hersteller von Medizingeräten – von entscheidender Bedeutung, Geschäftskontinuitätspläne zu implementieren. Vor der COVID-19-Pandemie versuchte die gesamte Gesundheitsbranche, effizienter zu arbeiten und „mit weniger mehr zu erreichen“, während man sich gleichzeitig ständig wechselnder Rückerstattungsbedingungen gegenübersah. Jetzt, mitten in der Krise, sind diese Aspekte sogar noch wichtiger. Die Pandemie hat Lieferketten und Unternehmen auf den Kopf gestellt, nicht nur in der Gesundheitsbranche.

Technologie ist immer noch der wichtigste Motor für Innovation. Gesundheitsunternehmen müssen bereit sein, ihren Kurs zu ändern und mithilfe von Gesundheitsinformatik neue Daten integrieren, ihre Effizienz erhöhen und echte Ergebnisse erzielen. Innovation ist der Schlüssel zu vereinfachten Lieferketten, verbesserter Interoperabilität, der Nutzung von Daten und Insights für das Ressourcenmanagement und einem erhöhten proaktiven Austausch, um fortschreitende Komplikationen zu vermeiden. Angesichts der zunehmenden Anzahl an Homeoffice-Benutzern und SaaS-Anwendungen sind optimierte Sicherheitsstatus für alle Bereiche des Gesundheitswesens wichtiger als jemals zuvor und werden im Mittelpunkt künftiger Diskussionen stehen.